LEAVING LAMENTO

„Warum Theater?“

Stückentwicklung mit Melda Hazirci, Peter Papakostidis, Sarah Schuchardt Konzept & Regie Arno Friedrich Bühne & Kostüm Claudia Karpfinger, Katharina Schmidt

Premiere voraussichtlich 8. April 2021 im theater VIEL LÄRM UM NICHTS in der Pasinger Fabrik, München

Drei Menschen auf einer Reise. Roadmovie. Ein Auftrag? Die Suche nach dem verlorenen Moment des Erscheinen des analogen Bildes. Ihren Weg kreuzen skurrile Figuren, Tiere, Pflanzen, Landschaften. Wenn nicht der Mensch nur immer diese Unzulänglichkeiten und Widersprüche in sich hätte. Darüber wird manch einer manisch. Manch einer verbissen. Manch einer kapituliert. Manche werden ironisch, sarkastisch, andere lächerlich. Flucht nach vorn in die Verausgabung. Sinnlos? Lächerlich? Wir haben nichts zu verlieren, oder? An diesem einen Abend, an dem scheinbar Sinnloses zur puren Poesie gerinnt. Kein Interesse am Lamento über vermeintliche Hindernisse.

Der Abend bietet im besten Fall „die Erfahrung erfüllter Zeit“. Was zunächst nach einem großen Versprechen klingt, ist meiner Ansicht nach eine Grundutopie des Theaters und derzeit besonders wichtig im Zusammenhang mit der Beantwortung der Frage „Warum überhaupt Theater?“. Wahrheit ist da zu finden wo die Welt als veränderbar erfahren wird. Die wahre Souveränität des Theaters, das Erfahrungen ermöglichen soll, zeigt sich in seiner Verausgabung, Störung, Verschwendung – dem Geben ohne zu nehmen, „reinrumpelnd, sich aufführend als Zumutung, und damit: wichtigster Bestandteil der Gesellschaft, für das Gespräch“ (Wolfram Lotz) Also Ziel für diese Bühne: das „noch ein Fehlen sichtbar wird, dass dort also nicht eine Erfüllung, sondern ja: eine Sehnsucht aufgeführt wird. Die Wirklichkeit als das erscheint, was sie ist: Ganz unfertig noch. Als ein Skandal, der aber in Hinblick auf das vielleicht daraus Hervorkommende zu schimmern beginnt, das letzte Wort ist ja immer noch nicht gesprochen“ (ebenfalls Wolfram Lotz)