VICTOR ODER DIE KINDER AN DER MACHT

von Roger Vitrac

Regie Arno Friedrich

bis 30. November 2019 immer DO FR SA 20:00 Uhr im Theater Viel Lärm um Nichts in der Pasinger Fabrik, München

mit Rainer Haustein, Melda Hazirci, Peter Papakostidis, Verena Richter, Sarah Schuchardt, Neil Vaggers und Arno Friedrich Bühne Claudia Karpfinger Kostüme Katharina Schmidt Musik Neil Vaggers Dramaturgie Laura Mangels Licht Jo Hübner Maskenbau / Figurenbau Tine Hagemann Assistenz Ilaria Grillo

„Wenn ein paar Kinder auf der ganzen Welt Schlagzeilen machen können, indem sie einfach nicht zur Schule gehen, dann stellt euch vor, was wir gemeinsam erreichen könnten, wenn wir es wirklich wollen würden. Aber um das zu tun, müssen wir klar sprechen. Ganz egal, wie unangenehm das sein mag.“ (Greta Thunberg)
„Das macht minus zehntausend von meiner Erbschaft“, sagt Victor und zerschmeißt vergnügt das Familienporzellan. Victor, 9 Jahre alt und zwei Meter groß, feiert Geburtstag. Das bürgerliche Establishment gibt ein Fest mit Familienfreunden, Nachbarn, einem obligatorischen General – und all ihren (ungewollten) Spiegelbildern. Victor, nach Aussage der Eltern „schrecklich intelligent“, möchte nicht nur herausfinden, „wo der Hammer hängt“, sondern auch wie man selbigen benutzt. Die Eltern greifen nach ihren Lebenslügen, wie nach ihrem letzten Strohhalm, doch das Kind ist einfach nicht mehr ruhig zu stellen.
Während Victor an allen vier Tischbeinen der Familie hobelt und ungebetene Gäste die Luft verpesten, werden Kriege vorbereitet, Affären vertuscht, Lieder geschmettert, in die Tasten gehauen und Verlorengegangenes beschworen. Die Komödie muss mit allen Mitteln am Laufen gehalten werden, die Leute schauen schließlich zu! Doch das von Victor entfachte Chaos ist unaufhaltbar und die auf Lügen und Schein gebaute Welt der Erwachsenen, beginnt zu zerbröseln.
Das Ensemble um Regisseur Arno Friedrich erzählt Roger Vitracs surrealistischen Angriff auf die bürgerliche Lebenswelt als Theaterabend, in dem Punk und Dada miteinander verschwimmen. Mit eigens komponierten Stücken von Neil Vaggers (ExpressBrassBand, Trikont), Dinggedichten von Verena Richter und Figurenbau von Tine Hagemann, entwächst Victor der Welt um ihn herum. Zwischen „Fridays for Future“ und der Unausweichlichkeit einer drohenden Katastrophe, lässt Victor die Marionetten tanzen und dabei keine Unverschämtheit ungesagt. Das Ensemble feiert einen theatralen Abgesang auf die Welt, „wie sie immer war“. Denn Victor hat das Gefühl, die Zukunft ist schon da…
(Die Uraufführung inszenierte Antonin Artaud 1928)

PRESSESTIMMEN

AUSFÜHRLICHE DOKUMENTATION & FILM: www.paspluspillepalle.de

Fotos © Volker Derlath